Mein Vogel fällt manchmal von der Stange, schlägt wild mit den Flügeln um sich und dreht sich im Kreis. Nach einer
Weile ist er wieder, als wäre nichts geschehen!

Mein Vogel fliegt plötzlich nicht mehr und knabbert sich an den Schultern / an den Flügeln / am Rücken blutig!

Mein Vogel verliert alle seine Federn!

Mein Vogel fällt manchmal von der Stange, schlägt wild mit den Flügeln um sich und dreht sich im Kreis. Nach einer Weile ist er wieder, als wäre nichts geschehen!
Solche Anfälle sind häufig bei etwas älteren oder geschwächten Agaporniden. Als Ursache kommt mehreres in Frage, z. B. eine chronische Schaedigung innerer Organe (Leber, Niere), Herz-Kreislaufschwäche, Mangelerscheinungen, Vergiftungen, Infektionen mit ZNS-Symptomatik. Bitte einen vogelerfahrenen Tierarzt aufsuchen, um vielleicht herauszufinden, wo genau die Störung liegt. Sollte es sich z.B. um eine Kreislaufstörung handeln, kann man versuchen, dem Vogel ein Präparat über das Trinkwasser zu verabreichen und auch bei Organschänden helfen homöopathische Mittel oft erstaunlich gut.

Mein Vogel fliegt plötzlich nicht mehr und knabbert sich an den Schultern / an den Flügeln / am Rücken blutig!
Der Beschreibung nach handelt es sich dabei um das sog. EMA-Syndrom, welches wir sehr, sehr häufig bei Agaporniden (aber auch bei Wellensittichen und anderen Papageien) sehen. EMA steht für Ekzema Melopsittacus et Agapornis und heißt eigentlich nur "Ekzem der Wellensittiche und Agaporniden" - Wellensittiche (Melopsittacus undulatus) und Vögel sämtlicher Arten der Unzertrennlichen (Agapornis spp.) sind von allen Vertretern der Familie der Papageien am häufigsten betroffen. Das Hautekzem tritt bei diesen Vögeln ein- oder beidseitig auf und äußert sich durch eine charakteristische Veränderung der Haut in der Achselhöhle, an der Flügelunterseite oder auf dem Rücken (Schulterbreich). Die Haut verdickt sich, es entstehen bräunliche, nässende Krusten oder blutiger Schorf. Alle befallenen Hautpartien sind unbefiedert und sie jucken in vielen Fällen sehr stark, weshalb der betroffene Papagei sich ständig kratzt und beknabbert. Vögel, bei denen das EMA-Syndrom ausbricht, zeigen anfangs kaum Symptome, sie werden lediglich relativ plötzlich flugunfähig. Im weiteren Verlauf der Krankheit kann es zu schweren Blutungen bis hin zum Verbluten kommen, wenn sich der Vogel zu sehr kratzt, bzw. selber aufbeist. Der Auslöser der Krankheit ist bisher ist nicht bekannt. Verantwortlich gemacht werden zur Zeit Immunschwäche (möglicherweise durch Stress: rangniegrige Tiere oder ungünstige Haltungsbedingungen), Virusinfektionen (Schnabel-und Feder-Virus: PBFD) oder Allergien. Bei betroffenen Vögeln wird die Erkrankung meist erheblich kompliziert, da sich die betroffenen Hautpartien sekundär auch noch mit Bakterien und Pilzen (Aspergillus spp., E. coli, Klebsiellen, Streptokokken, Staphylokokken) infizieren. Behandlung: Um ein Viruserkrankung auszuschließen sollte eine Feder auf das PBFD-Virus untersucht werden. Bei Vorliegen dieses Virus ist die eine Behandlung aussichtslos. Meist gehen mit dem Ekzem Organschäden an Leber oder Nieren einher. Derlei Organprobleme müssen bei einer Behandlung berücksichtigt werden (Röntgen und Blutuntersuchung!). Ein an EMA erkrankter Vogel sollte dann mit einem Breitspektrumantibiotika und Pilzmittel (Antimykotika), *nicht* aber mit Kortison (!!!) behandelt werden. Unterstützend und um den Juckreiz zu lindern kann versucht werden, durch Auftragen von Salben (z. B. Acederm Spray) Linderung zu verschaffen. Es ist absolut notwendig, dem Vogel in der ersten Zeit einen Halskragen (aus weichem Heizungsisolationsrohr mit ganz geringem Durchmesser) anzulegen, um zu verhindern, daß er sich so weit aufbeisst, daß er daran schließlich verblutet. Trotzdem ist in der Regel ist das EMA-Syndrom leider nicht heilbar. Alle Maßnahmen führen in den meisten Fällen höchstens eine Erleichterung herbei. Es daher absolut wichtig, genau abzuwägen, ob das Tier noch Lebensqualität hat oder sich nur noch quält. Ist dies der Fall, kann man nur noch helfen, indem man den Vogel zum Tierarzt bringen und einschläfern lässt.

Mein Vogel verliert alle seine Federn!
Federverlust kann sehr viele verschiedene Ursachen haben, wie z. B. Rupfen (psychisch bedingt durch Stress, falschen Partner, falsche Haltung oder organisch bedingt durch Erkrankung innerer Organe), Hautpilze, Mangelerscheinungen (Vitamine, Mineralien), Hormonstörungen verschiedener Art, Virsuerkrankungen (Polyoma- oder PBFD-Virus). Ohne den Vogel zu untersuchen wird niemand aus der Ferne dazu etwas sagen können - daher ab zum Vogeltierarzt!