Freiflug

Freiflug ist für alle innerhalb des Hauses in Käfigen oder Zimmervolieren gehaltenen Vögel ein absolutes Muß.
Kaum eine Voliere ist so groß, dass die Vögel darin ohne Freiflug auskommen können. Richtiges Fliegen mit richtig viel Schwung, das den Stoffwechsel anregt und den Kreislauf auf Touren bringt, geht eben erst aber einer Strecke von ein paar Metern.

Neu eingezogene Agaporniden sollten ein paar Tage Zeit bekommen, um sich an den neuen Käfig und den neuen Pfleger gewöhnen, bevor sie das erste Mal durchs Zimmer düsen dürfen. In dieser Zeit können sie sich bereits aus dem Käfiginneren heraus ihre neue Umgebung einprägen. Für die ersten Flugstunden sollten Sie sich als Halter viel Zeit nehmen, denn es mag ein Weilchen dauern, bis die Vögel den Weg aus dem Käfig heraus und umgekehrt auch wieder in ihn hinein finden.

Ist das Zimmer auf mögliche Gefahrenquellen hin überprüft, wertvolle Einrichtungsgegenstände sind in Sicherheit, kann das Türchen des Vogelkäfigs geöffnet werden. Meist dauert es wenige Minuten, bis die Vögel die Öffnung finden, ansonsten kann man mit etwas Kolbehirse, direkt draußen vor dem Türchen anfangs nachhelfen.

Die ersten Landungen im Zimmer verlaufen oft etwas holprig - schließlich ist man bislang nur das Landen auf mehr oder weniger festen Gegenständen gewohnt. Schon nach kurzer Zeit ist kein Platz mehr vor der Unzertrennlichen sicher - gelandet wird gleichermaßen an Vorhängen, Tapeten, Holzverkleidungen, in (Bücher!)-Regalen und auf Lampen. So mancher Vogelbesitzer hat sich gewundert, welche vermeintlich unzugänglichen Stellen so von seinen Unzertrennlichen nach und nach "verschönert" wurden. Dunkle Nischen in Schränken oder Regalen sollten die Tiere im Zimmer übrigens nicht vorfinden, denn sonst wird ein solch verlockendes Plätzchen zur Bruthöhle auserkoren!

Um die Aufenthaltsorte der Vögel während des Freiflugs in etwas geordnete Bahnen zu lenken kann man dort, wo sich die Tiere bevorzugt aufhalten sollen, einen oder mehrere Kletterbäume, Hänge-Freisitze oder Spielplätze aufstellen, bzw. unter die Decke hängen.
Spielplätze kann man kaufen oder selber bauen. Sie bestehen aus mehreren miteinander verbundenen Stangen und Leitern, die auf einer Unterschale montiert sind. Sitzen die Vögel auf diesen Plätzen, wird der Kot automatisch aufgefangen und die Wohnung geschont. Das gleiche Prinzip erfüllt ein Kletterbaum. Um solch einen individuellen Baum zu kreieren gipst man große, lange, stabile Äste oder kleine Stämme in einem großen Eimer oder Pflanztopf ein und füllt etwas Sand als oberste Schicht auf. An diesen stabilen Trägerästen können dann ganz nach Belieben Seile, Schaukeln oder dünnere Äste als Querverbindungen montiert werden. Zum Anlocken spickt man Spielplatz oder Kletterbaum einfach mit Kolbenhirse oder Grünfutter oder mit entsprechend anderen Knabbermaterialien!

Abends möchten Unzertrennliche zurück in den Käfig. Finden sie das offene Türchen nicht auf Anhieb, kann eine dort montiere Anflugstange und ein Stück Hirse im Eingangsbereich helfen. Die meisten Vögel gehen ganz von alleine zurück in ihren Käfig - immer spätestens dann, wenn sie Hunger haben. Dies funktioniert natürlich nur, wenn sie außerhalb des Käfigs kein Futter vorfinden, an dem sie sich bedienen können! Bleibt der Käfig während des Freiflugs verschlossen und man hängt dann eine Kolbenhirse hinein, so dauert es meist nicht lange, bis die Vögel sich auf dem Weg zum begehrten Leckerchen machen. Allerdings lernen machen Vogelpärchen schnell, dass sich während des Fressens die Käfigtüre nicht hinter ihnen schließen kann, wenn man abwechselnd zum Futternapf marschiert! In solch hartnäckigen Fällen hilft fast nur das abendliche Einkeschern der Vogel, denn unbeaufsichtigt sollten die Tiere sich nie außerhalb des Käfigs frei in der Wohnung bewegen dürfen.
Um dies zum umgehen, ist es mit etwas Geduld möglich, die Vögel darauf zu trainieren, den Käfig dann wieder aufzusuchen, wann man es möchte. Übt man das vorsichtige Dirigieren der Tiere mit dem ausgestreckten Arm oder einem den Arm verlängernden Gegenstand in Richtung Käfigtür begreifen eigentlich alle Unzertrennliche nach ein paar Wochen, dass dieses Zeichen "ab nach Haus" bedeutet!

Gefahrenquellen