Grösse

Vogelkäfige sind niemals zu groß, oft aber zu klein. Ein Käfig soll es dem Vogel wenigstens ermöglichen, eine kurze Strecke von Ast zu Ast fliegen zu können, ohne dabei mit den Flügeln anzustoßen. Diese Voraussetzungen erfüllen nur (Zimmer-)Volieren (Voliere = Flugraum) in idealer Weise. Ein Käfig zur Unterbringung von ein bis maximal zwei Pärchen sollte eine Mindestbreite von einem Meter nicht unterschreiten. Zusätzlich ist den Vögeln bei dieser Käfiggröße Freiflug in der Wohnung zu gewähren. Auf Rundkäfige, die den Tieren keinerlei Orientierungsmöglichkeit bieten sollte aus Gründen des Tierschutzes ganz verzichtet werden.
Noch größere Käfige, bzw. Volieren als die des Fachhandels sind bei spezialisierten Volierenbauern zu bekommen oder, mit etwas Geschick, selber zu bauen.

Maße: 120 x 50 x 100 cm Maße: 100 x 100 x 200 cm

Material

Da Agaporniden mit ihren kräftigen Schnäbeln gerne nagen, muss die Behausung stabil sein. Am besten eignen sich Käfige und Volieren ganz aus unbeschichtetem Metall. Sie lassen sich zusätzlich leicht reinigen. Bei Käfigbauten aus Holz sollte man beachten, dass sämtliche Holzteile für die Schnäbel unzugänglich sind, z. B. durch entsprechende Verkleidung solcher Teile mit Metallleisten.
Weniger bedeutsam für die Vögel der Verlauf der Käfiggitter. Stimmt der Abstand der Gitterstäbe mit maximal 16 mm, dann ist es egal, ob die Gitter waagerecht oder senkrecht verlaufen. Unzertrennliche sind Akrobaten, die sogar senkrecht verlaufende Stäbe für sich nutzen.

Achten Sie beim Kauf oder Bau darauf, dass der Käfig genügend große und kleine Türen besitzt, durch die Sie alle Stellen der Behausung leicht erreichen können.

Sitzgelegenheiten

Zur Inneneinrichtung des Käfigs gehören Naturzweigen als Sitzstangen. Sie müssen aufgrund des starken Nagetriebs der Vögel einmal pro Woche erneuert werden. Naturzweige sorgen durch ihre unterschiedlichen Durchmesser und Formen für Fußgymnastik, sind gesund für den Bewegungsapparat und bieten durch Rinde, Blätter, Knospen und Blüten eine tolle Beschäftigung. Für Agaporniden geeignet sind z. B. Zweige von Weide, Birke, Ahorn, Eiche, Linde, Buche, Haselnuss und Obstbäumen.
Befestigen Sie die Sitzäste nicht starr am Käfiggitter, sondern so, dass die Zweige federn und dem Gewicht der Vögel nachgeben können.
Neben Naturzweigen sind daher auch Schaukeln, Ringe, Leitern und Seile aus Baumwolle oder Hanf als Sitzgelegenheiten bestens geeignet.
Damit sich ihre Vögel sicher fühlen, sollte die höchste Sitzgelegenheit im Käfig etwas über Augehöhe positioniert werden.

Spielzeug

Spielzeug aus dem Zoofachhandel
Seile, Schaukeln, Ringe, Hängebrücken - je mehr es wackelt und schaukelt desto mehr macht es Spaß, ist gesund für die Füße und trainiert ganz nebenbei die gesamte Muskulatur. Runde Heunester unterschiedlicher Größen und Formen, wie sie eigentlich für kleine Nager gedacht sind, werden erkundet und in zerpflückt. Auch Röhren aus Naturkork eignen sich als Abenteuer-Spielplatz für Unzertrennliche. Sie sind ein prima Versteck und Klettergerät und benagen lassen sie sich auch noch.

Selbsterfundenes Spielzeug
Es sind vor allem Naturzweige, die im Käfig als Sitzgelegenheiten dienen, die aber zusätzlich beknabbert und entrindet werden und so eine prima Beschäftigung sind - solange, bis sich die Vögel buchstäblich den Ast, auf dem Sie sitzen, abgesägt haben. Neue Äste sind daher alle paar Tage zu besorgen - eine Tatsache, die schon so manchem Bäumchen zum Verhängnis wurde.Eine Variante ist es, einmal zusätzlich Zweige als Bündel senkrecht an den Seiten des Käfigs zu befestigt, oder die Bündel wahlweise auch verkehrt herum von der Decke baumeln zu lassen. Sie werden staunen, an welchen Schrägen Ihre Vogel ganz problemlos landen können. Mutter Natur hat es eingerichtet, dass Zweige und Äste mehrmals im Jahr von ganz allein ihr Erscheinungsbild für die Vögel ändern: sind es im Winter "nur" Rinde und Holz, die bespielt werden, sind es im Frühjahr Knospen und Blüten, die verlocken. Im Sommer schließlich ist es atemberaubendes Bild, wenn man seine Vögel einmal turnend im grünen Blätterwald bestaunen darf. Unzertrennliche spielen aber auch mit "Haushaltgegenständen". Leere Klo- oder Küchenpapierrollen eignen sich hervorragend zum Herumtragen, Herumrollen und letztendlich wieder zum Zerschreddern. Auch unbehandelte Weiden- oder Bastkränze sind mehr als beliebt - und erleiden früher oder später das gleiche Schicksal wie Zweige und Papprollen.

Gefundenes Fressen
Gitterbälle gespickt mit Kolbenhirse, Salat, Kräutern oder Vogelmiere werden erobert und "erlegt". Die bereist erwähnten Papprollen können auch mit Kolbenhirse oder anderen Leckerchen befüllt werden, so dass sich die Vögel diese Snacks zuerst erarbeiten müssen. Streuen Sie auch einmal etwas Futter auf den Boden oder vermischen Sie die Körner in einer flachen Schale mit Buchenholzgranulat oder Sand. Körnersuche hält schlank und macht fit. Bringen Sie Kolbehirse oder andere Leckerchen an kniffligen Stellen an, z. B. an Schaukeln oder hängend an Seilen, so werden Vögel zu kleinen Akrobaten. Selbstgezogenes Grünfutter im Blumentopf lässt sich in den Käfig stellen und nach Abernten durch die Vögel weiterzüchten. Geeignet sind vor allem Vogelmiere, verschiedene Getreidearten, Gräser, Hirsen.

Das Vogel-Schlafzimmer

Um den Vögeln einen Rückzugsort zu schaffen, bringen Sie im Käfig Schlafhäuschen an. Sie unterscheiden sich von den rundum geschlossenen Nistkästen durch die fehlende Vorderfront, sind also völlig offen. Anders als Nistkästen animieren Schlafhäuschen die Vögel nicht zur Brut an. Eine zweite Möglichkeit, den Vögeln Geborgenheit zu bieten, sind Schlafbrettchen, die Sie in den Ecken oder an den Seiten des Käfigs oder der Voliere befestigen. Als Grundregel gilt, dass immer mehr Schlafhäuschen, bzw. Sitzbrettchen als Paare in einer Voliere vorhanden sein sollten, um Streitigkeiten und Rangordnungskämpfe zu vermeiden.

Schlafhäuschen Schlafhäuschen

Futter- und Wassernapf

In den Käfig gehören mehrere Futternäpfe und ein Wassernapf. Es eignen sich hierfür Näpfe aus Keramik oder Edelstahl, denn sie sind robust und leicht zu reinigen. Je größer der Durchmesser der Näpfe, desto leichter gelangen die Vögel an zuunterst befindlichen Saaten.
Von der Verwendung von Futterautomaten, bzw. Futterspendern und Trinkröhrchen rate ich ab. Futterspender verstopfen leicht, so dass neue Körner nicht nachrutschen können. Die durchsichtigen Röhrchen, in denen sich das Futter, bzw. das Wasser befindet, sind vor allem während der warmen Jahreszeit eine Brutstätte für Bakterien und Algen. Positionieren Sie Futter- und Wassergefäße so, dass sie nicht durch von oben herabfallenden Vogelkot verunreinigt werden.

Das Vogelbad

Eine Badegelegenheit darf bei den Unzertrennlichen nicht fehlen. Ihrem Badeverhalten kommt dabei eine flache Tonschale, die man auf dem Boden oder etwas erhöht auf einem Baumstumpf oder ähnlichem aufstellt, am ehesten entgegen. Viele Vögel lieben es auch, mit einer Blumenspritze abgeduscht zu werden, oder sich in einem nassen Salatblatt zu baden. Geschlossene Badehäuschen, die von außen an die Käfigtüre gehängt werden, sind für Agaporniden weniger geeignet.

Die Einstreu

Bei der Käfig- oder Voliereneinstreu hat man die Wahl zwischen Vogelsand verschiedener Körnungen und Buchenholzgranulat. Während Letzteres ergiebiger und saugfähiger ist, enthält der Vogelsand auch lebenswichtige Mineralien und Magensteinchen (Grit), die die Vögel für die Verdauung des Körnerfutters benötigen. Entscheidet man sich also für Buchenholzgranulat als Einstreu, ist Grit in einem Extra-Napf zu reichen.

Die Beleuchtung

Licht steuert den Lebensrhythmus, den Hormonhaushalt, den Stoffwechsel und regt das Immunsystem an. Im Gegensatz zu unseren Augen sind Vogelaugen sogar in der Lage, den UV-Anteil des Sonnenlichtes wahrzunehmen. Wird der UV-Anteil aus dem Licht herausgefiltert, so verändert sich die Umwelt des Vogels: Umgebung, Futter, Artgenossen erscheinen in der falschen Farbe.

Vögel, die ganzjährig in der Wohnung hinter Fensterglas gehalten werden, benötigen rund ums Jahr eine Vogellampe mit UV-Anteil, denn durch die Fensterscheiben dringt das wichtige UV-Spektrum des Sonnenlichts nicht durch.

Die Leuchtdauer sollte daher auch in etwa der normalen Tageslichtläge entsprechen - im Sommer also entsprechend länger als im Winter.

Es gibt zu diesem Zweck verschiedene Vogellampen, die Tageslichtspektrum besitzen. Das sind einmal die Kompaktlampen (z. B. Arcadia Bird Lamp, Trixie Vogellampe), die wie eine normale Energiesparlampe in jede Lampenfassung mit E 27 Gewinde geschraubt werden können. Eine solche Lampe ist hell genug um einen Käfig an-, bzw. auszuleuchten.

Außerdem gibt es Leuchtstoffröhren mit UV-Anteil, die bekannteste ist die Arcadia Bird Lamp. Röhren können 60, 120 oder 150 cm lang sein und je nachdem den Bereich des Käfigs oder auch ein ganzes Zimmer ausleuchten. Für die Röhren benötigt man eine spezielle Lichtleiste als Halterung, bzw. Fassung, die in ihrem inneren ein elektronisches Vorschaltgerät enthält, damit die Vögel das Licht der Leuchtstoffröhre nicht als flackernd empfinden.