PBFD steht für Psittacine Beak and Feather Disease (Schnabel- und Federkrankheit der Papageien) und wird durch ein Circovirus verursacht, ein Virus, welches die Federn und andere Hornteile (Schnabel) befällt.

Wie sieht PBFD aus?

Das Krankheitsbild ist immer ähnlich: der Vogel verliert ohne erkennbaren Grund ständig seine neu wachsenden Federn. Befällt das Virus auch das Schnabelhorn, beginnt dieser unkontrolliert zu wachsen und die Tiere können kaum mehr fressen.
PBFD ist zur Zeit weder zu behandeln noch zu heilen, Impfstoffe werden erst langsam entwickelt. Betroffene Tiere können so lange überleben, wie sie fressen können, müssen aber, wenn dies nicht mehr der Fall ist, euthanasiert werden.
 
 
PBFD ist ansteckend, bricht aber nicht immer aus

Das Problem: Oft sind auch solche Vögel Virusträger, bei denen keine Federveränderungen sichtbar sind, d.h. bei denen die Krankheit niemals ausbricht. Diese Vögel sind rein äußerlich nicht als betroffen zu erkennen, können aber natürlich andere, gesunde Vögel anstecken. Die unterschiedlichen Vogelarten reagieren unterschiedlich empfindlich auf das Virus. Agaporniden sind sehr empfänglich, können aber lange mit der Krankheit leben ohne daß sie ausbricht, wohingegen z. B. Kakadus kaum eine Chance haben. Grundsätzlich können alle Papageien und Sittiche PBFD bekommen.

Diagnose und Differentialdiagnose

PBFD zu diagnostizieren wenn erst einmal der Verdacht besteht, ist einfach. Eine Feder- oder Blutuntersuchung in einem Labor bringt sofort Klarheit. Trotzdem werden solche Untersuchungen nicht häufig veranlaßt, vor allem bei den kleinen Papageien. Meist wird der rätselhafte Federverlust mit anderen Erkrankungen wie Rupfen, Vitamin- oder Mineralstoffmangel, Hormonstörungen, Pilzinfektionen etc. erklärt.
Grundsätzlich darf man nicht vergessen: alle diese Erkrankungen können tatsächlich das gleiche Bild wie PBFD hervorrufen, ein federloser Papagei hat nicht immer PBFD, aber Sicherheit bringt letztendlich nur der Virusnachweis!
Gerade bei Wellensittichen sollte man als Differentialdiagnose auch eine Infektion durch Polyomaviren (Budgerigar Fledgling Disease, Nestlingserkrankung der Wellensittiche, Französische Mauser) in Betracht ziehen und umgekehrt.

Einschläfern - ja oder nein?

Würde man konsequent sein, müsste man aus seuchenhygienischen Gründen alle als virus-positiv erkannten Vögel einschläfern, auch wenn sie nicht sichtbar erkrankt sind. Dies ist die einzige Möglichkeit, Neuansteckungen zu verhindern, PBFD negative Bestände zu bekommen und die Erkrankung aus den Zuchten zu eliminieren. Die Krankheit auszurotten wird schwer, denn PBFD gibt es nicht nur bei Nachzuchten, sondern auch in den wilden Vogelpopulationen in den jeweiligen Ursprungsländern.
D. h. aber auch: Sämtliche Papageien- und Sittichbestände, jeder einzelne Papagei oder Sittich, der neu in einen Bestand eingegliedert werden soll - egal, ob groß oder klein - müsste auf PBFD getestet werden und positive Vögel euthanasiert werden - eine Vorgehensweise, die derzeit kaum zur Diskussion steht.

Es ist eine traurige Tatsache, sehr viele Agaporniden in ganz Europa und sogar die wildlebenden Tiere Afrikas Virusträger sind. D.h., es dürfte speziell bei dieser Vogelart so gut wie unmöglich sein, irgendwo Bestände oder Zuchtstämme zu finden, in denen PBFD nicht irgendwo vorhanden ist. Wer länger Agaporniden hält, wird immer irgendwann mit PBFD konfrontiert.
Aus diesem Grunde verzichtet die Agapornidenhilfe darauf, alle Abgabevögel standardmäßig auf PBFD testen zu lassen.

Meine persönliche Empfehlung lautet daher:
Wegen des starken Vorkommens der PBFD-Infektion bei verschiedenen Sitticharten (u.a. Wellensittiche) und Agaporniden sollten diese Vögel nicht mit "wertvolleren", PBFD-negativ getesteten Psittaciden gemeinsam gehalten werden. Grundsätzlich sollte die Erkrankung aber nicht von der Haltung der liebenswerten kleinen Sittiche und Papageien abschrecken!