Zuchtvorbereitungen

Unterbringung

Hält man mehrere Agapornidenpaare in einer Voliere ist es ratsam, das zur Zucht vorgesehene Paar, bzw. die Paare, vorübergehend in einem kleineren Käfig, bzw. einer Zuchtbox unterzubringen, damit es während der Brut nicht zu Revierkämpfen und ernsten Auseinandersetzungen zwischen rivalisierenden Paaren kommt. Auch für diese kurzfristige Unterbringung gelten bestimmte Mindestanforderungen; ihre Größe sollte 100 x 50 x 50 cm (L x B x H) nicht unterschreiten.

Der Nistkasten

Alle Agaporniden sind Höhlenbrüter, die in freier Natur in Baumhöhlen, Nestern von Webervögeln oder sogar in Termitenbauten (Orangeköpfchen) nisten. Daher ist das wichtigste Requisit für die Zucht wohl ein geeigneter Nistkasten, wobei es egal ist, ob er Hoch- oder Querformat besitzt. Denkbar sind z. B. Kästen mit den Maßen 17 x 17 x 25 cm (L x B x H) oder 25 x 17 x 17 (L x B x H). Der Durchmesser des Einstiegloches sollte 5 cm betragen. Der Nistkasten sollte an einer Seite zu öffnen sein, damit man später einfach und schnell Kontrollen über das Geschehen darin vornehmen kann. Die Anbringung des Nistkasten an der Außenseite des Käfigs erleichtert die tägliche Kontrolle zusätzlich.

Das Nistmaterial

Als Nistmaterial verwenden Unzertrennliche frische Zweige (z. B. Weide), die das Weibchen als dünne Streifen im Schnabel in ihr Nest trägt. Rosen-, Grau-, Orangeköpfchen und Tarantas besitzen die Besonderheit, daß die Weibchen sich das Nistmaterial ins Bürzelgefieder stecken und es so in die Nisthöhle transportieren. Solche Zweige sollten während der gesamten Brutzeit zur Verfügung stehen, da das Weibchen immer wieder neue Rindenstückchen ins Nest trägt und so die Luftfeuchtigkeit im Inneren des Kastens gleichmäßig hoch hält. Viele Hennen weichen ihr Nistmaterial deshalb sogar im Wasser ein, bevor sie es ins Nest tragen.

Die Ernährung in der Zuchtphase

Schon 3 Wochen vor der ersten Eiablage steigt der Nährstoffbedarf der Vögel enorm an. Vor allem der Bedarf an Eiweiß und Calcium sind in dieser Zeit und während der gesamten Aufzuchtphase extrem hoch. Noch mehr als sonst ist es jetzt notwendig, den Vögeln zusätzlich zum Körnerfutter Mineralstoffe, Vitamine und Eiweiß zur Verfügung zu stellen. Nach dem Schlupf der Jungen ist Keimfutter ein wertvolles Zusatzfutter und sollte täglich gereicht werden. Jetzt ist es von Vorteil, wenn die Elterntiere schon vorher an verschiedene Futtermittel gewöhnt wurden.